Dienstag, 23. Januar 2007

Kostproben...

... aus dem Leben eines Zweijährigen.
Heute Nacht bin ich mit einem RUMMMS aus dem Schlaf aufgeschreckt, als Yair vor seinem Bett aufschlug. Dort haben wir natürlich in weiser Voraussicht alles gepolstert, aber aufgewacht ist er diesmal schon -- und geweint hat er, aber wohl mehr vor Schreck als vor Schmerz. Selber Schuld? Seit Gitterbettchen steht schon seit August verwaist im Raum. Mein Sohnemann hat sich das Gästebett zur Traumburg erklärt. Die ist natürlich nicht gesichert, und deshalb gehen wir in Kürze erstmal auf Bettenschau.
Abendessen. Wie immer möchte mein kleiner Sohn nur "Griessbrei mit Rosinen, Ima! Aval RAK Griessbrei!" (Aber NUR Griessbrei!) Zufrieden löffelt er dann vor sich hin, bis er plötzlich eine Ladung für mindestens Drei Richtung Mund schiebt. "Hey," sage ich, "der Löffel ist ein bisschen voll. Schau mal, wir nehmen etwas herunter." Schon zuviel. Sofort läuft er rot an, schreit wie am Spiess, schleudert den beladenen Löffel von sich, dass es nur so spritzt. Erst als er schliesslich schläft, komme ich dazu, die Reste von meinen Klamotten zu kratzen. Sogar meine Uhr ist völlig verschmiert.
Bettgehzeit. Yair sitzt fröhlich plappernd in der Badewanne. Wasser ist sein Revier. Selbst wenn er den ganzen Tag quengelt, wird er beim abendlichen Wasserplantschen sanft wie ein Lamm. Ob das vom Babyschwimmen der ersten Monate herrührt, sei mal dahingestellt. Ich verlasse jedenfalls für etwa eine Minute den Raum, um seinen Schlafanzug und eine Windel herbeizuschaffen. Als ich die Tür wieder aufschiebe, sehe ich gerade noch, wie seine Hand den vollen Eimer neben der Badewanne leert. Ich schäume vor Wut (ist schliesslich nicht das erste Mal), reisse die Badematte hoch, verfrachte sie blitzschnell in den angrenzenden Waschraum und schnappe mir mit der anderen Hand einen Aufnehmer. Als ich mich dem kleinen Teufel wieder zuwende, schaut er mich keck an, hebt seinen Arm -- und schüttet den zweiten Eimer über den Rand. Dafka. Wundert es da jemanden, wenn die Oma aus D ihn mit "Hallo kleiner Rackerbass!" begrüßt? Yair aber reagiert empört. "Ani LO Rackerbass!" (Ich bin kein Rackerbass!) Ist das übrigens ein gängiger Begriff, oder sagt er nur Menschen aus meiner Heimatregion etwas?
Dabei belasse ich es für heute... Sogar zu Hause brauche ich inzwischen Ellbogen!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was ist ein Rackerbass?
Und nein, man verwendet es z.B. in Süddeutschland nicht...

Jeanne hat gesagt…

Sowas wie ein Schlitzohr. Jemand, der gerne Unruhe stifted. Dachte ich mir, dass das nur regional gebräuchlich ist. :-)