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Dienstag, 28. Juli 2009
Eine Ära
geht zu Ende. Die letzten zwei Wochen, in denen ich bei der Arbeit Milch abpumpe, sind angebrochen. Seit einigen Tagen pumpe ich nur noch einmal am Tag und füttere aus dem Gefrierfach zu, und da der Vorrat langsam zu Neige geht, haben wir es gestern zum ersten Mal mit Bio-Vollmilch probiert (drei Wochen vor Y.s erstem Geburtstag und mit Absegnung der Kinderärzting, die schreibt, dass es keine objektiven Beweise dafür gebe, dass Folgemilch besser als Kuhmilch sei, weil die Verdauung etwa um 12 Monate reif genug sei, normale Kuhmilch und Milchprodukte zu tolerieren). Hüttenkäse und Joghurt verdrückt Yonatan ja schon seit Monaten mit Begeisterung, und so hat er laut Tagesmutter die Kuhmilch gestern ohne mit der Wimper zu zucken getrunken, ein ganzes Fläschchen, als ob es überhaupt keinen Unterschied zur Muttermilch gäbe. So reibungslos habe ich mir den Übergang wirklich nicht vorgestellt. Hach, aber meine Lesepausen bei der Arbeit werde ich vermissen...
Montag, 22. Juni 2009
Kurzes update
sonst weiss ich bald selber nicht mehr, was uns alles widerfährt in diesen Tagen:
- Bei Yonatan haben wir Zahn Nummber sieben und acht gesichtet.
- Yair hatte am Wochenende zwei bemerkenswerte Tobsuchtsanfälle. Die waren wohl als Test für mich gedacht, und ich bin erstaunlich ruhig und konsequent geblieben. Darauf bin ich jetzt noch stolz.
- Yairs Ferientage Donnerstag und Freitag haben wir gut verbracht, mit Verabredungen hier und dort. Ich bin sogar zum Arbeiten gekommen.
- Mein H-1B Visum ist genehmigt! Jetzt kann ich endlich ohne schlechtes Gewissen shoppen gehen.
- Meine Eltern kommen genau heute in zwei Wochen, und mir ist aufgegangen, dass ich mich vielleicht doch mal ans Grossaufräumen machen sollte. Ein Anlass, die Kramecken zu beseitigen! Vielleicht am nächsten Wochenende...
Montag, 18. Mai 2009
Was für ein Wochenende!
Ich weiss ja gar nicht, wo ich anfangen soll...
- Schwiegereltern sind so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen sind. Netterweise treffen wir sie nächstes Wochenende nochmal -- in Seattle!
- Mein Mann ist kein Student mehr! Gestern war die offizielle Commencement Ceremony/Graduation, bei sengender Hitze (ich übertreibe nicht) in Berkeleys Griechischem Theater. Uns floss alles weg, und irgendwann habe ich mir nur noch die Kinder geschnappt und bin in den Schatten geflüchtet. Dass man die Geschehnisse von dort aus weder sehen noch hören konnte, war zwar schade, aber nicht zu ändern. Der anschliessende Empfang auf dem Campus hat uns ein wenig entschädigt, noch mehr das Restaurant am Abend. Und jetzt ist es vorbei. Ich bin irgendwie fassungslos.
- Zahn 5 und 6 sind durch! Diesmal hat der kleinste Mann sich doch ein wenig gequält, und ganz vorbei ist es noch nicht. Ständig braucht er etwas zum Beissen, und meine Schulter hat's ihm besonders angetan (aber damit kann ich leben, solange er andere Körperteile sachte behandelt).
- Seinen Po kann Yonatan inzwischen auch vom Boden erheben. Lange kann es nicht mehr dauern, bis er klassisch krabbelt. Auf dem Bauch robbt es sich aber auch gut. Inzwischen lässt er sich auch gerne anfeuern. Als ich ihn heute gerufen und die Arme nach ihm ausgestreckt habe, ist er doch tatsächlich zu mir gekommen. Ich war begeistert. Er scheint schon einiges zu verstehen und schüttelt manchmal wehement den Kopf (zu süß!).
- Die amerikanischen Behörden scheinen sich die Sache mit meinem Visum noch überlegen zu müssen. Jetzt benötigen sie zusäztliche Papiere, was hier natürlich gleich für helle Aufregung gesorgt hat (ICH bin ruhig geblieben, wohlgemerkt!), zumal noch nicht raus ist, worum es geht, weil ich zwar per email informiert worden bin, die Details aber auf dem Postweg an den Firmenanwalt gehen. Zzzzzzz.
- Und jetzt bin ich müde und will ins Bett, muss aber noch einen riesen Berg Wäsche auffalten...
Montag, 11. Mai 2009
MBA, die Letzte
Es ist vorbei. Am Donnerstag hatte mein Student seine letzte Vorlesung, heute seine letzte Klausur und morgen reicht er die letzte Arbeit ein. Damit liegen 20 Monate Haas School of Business einfach so hinter uns, und trotz einiger Klagen und Beschwerden meinerseits haben wir die Zeit doch recht gut verbracht (im Nachhinein betrachtet).
Insgesamt begleitet uns diese MBA-Geschichte schon vier Jahre, von den ersten zaghaften Erwähnungen ("Ich würde ja gern...", "Eigentlich war es ja schon immer mein Traum...") über die ersten vorsichtigen Schritte ("Ich kann mich ja mal auf den GMAT vorbereiten, einen Kurs belegen... Ob ich den Test dann mache, weiss ich noch nicht...") bis hin zum Ehrgeizigen "Jetzt will ich's aber wissen" und den zahllosen, endlosen Nächten, in denen Essays geschrieben, Bewerbungen ausgefüllt und Interviews vorbereitet wurden. Dann das furchtbare Warten auf die Antworten der Unis, die bodenlose Enttäuschung, als Absage nach Absage einging und der Platz auf der Warteliste auch nicht weiterhalf, bis dann endlich, endlich im dritten Anlauf plötzlich gleich mehrere Institute Zusagen schickten und wir die Qual der Wahl hatten (Cornell, Duke oder Haas?).
Und jetzt ist all das vorbei, einfach so. Der Student ist gerade auf seiner ersten Dis-Orientation-Week Party, am Donnerstag trudeln seine Eltern ein (gut geplant, damit wir abends in Ruhe zur grossen Gala gehen können) und am Sonntag ist Graduation, mit allem Drum und Dran. Danach kann er ein paar Wochen ausspannen (mit Kind, denn die Tagesmutter ist für 14 Tage im Urlaub), bevor er ab 15. Juni endlich wieder zum arbeitenden Volk gehört (und dann gehen wir Einkaufen, was das Zeug hält, das sage ich euch!!! Ich muss nicht auf grossem Fuss leben, aber immer den Cent zweimal rumdrehen, das geht einem auf die Dauer doch ziemlich auf die Nerven.).
Ganz passend hat er heute auch erfahren, dass sein H-1B Visum durch ist, und meins folgt hoffentlich bald (der Firmenanwalt hat die Eingangsbestätigung erhalten, lange kann es also nicht mehr dauern). Damit haben wir auch in dieser Hinsicht sagenhaftes Glück, denn nach den letzten Jahren gab es dieses Jahr erstmals keine Lotterie bei der Visa-Vergabe, so dass alle, die bis zum 7. April einen Antrag eingereicht haben, auch vermutlich eine Zusage bekommen. So ganz im Geheimen hätte ich mich ja vielleicht doch gefreut, ab Oktober ein bisschen zurückzufahren und mehr Zeit für die Familie und mich zu haben. Aber dann... ist es doch irgendwie gut, ein bisschen rauszukommen, dazu zu verdienen und beruflich am Ball zu bleiben. Zumal mir die Arbeit ja inzwischen viel mehr Spass macht als zu Anfang, weil das Team mehr zusammen gerückt ist.
Ja, und so komme ich vom Hölzchen aufs Stöckchen und sollte doch eigentlich Schlafen gehen. Vermutlich hat eh niehmand bis hierhin mitgelesen... Also denn, gute Nacht!
Insgesamt begleitet uns diese MBA-Geschichte schon vier Jahre, von den ersten zaghaften Erwähnungen ("Ich würde ja gern...", "Eigentlich war es ja schon immer mein Traum...") über die ersten vorsichtigen Schritte ("Ich kann mich ja mal auf den GMAT vorbereiten, einen Kurs belegen... Ob ich den Test dann mache, weiss ich noch nicht...") bis hin zum Ehrgeizigen "Jetzt will ich's aber wissen" und den zahllosen, endlosen Nächten, in denen Essays geschrieben, Bewerbungen ausgefüllt und Interviews vorbereitet wurden. Dann das furchtbare Warten auf die Antworten der Unis, die bodenlose Enttäuschung, als Absage nach Absage einging und der Platz auf der Warteliste auch nicht weiterhalf, bis dann endlich, endlich im dritten Anlauf plötzlich gleich mehrere Institute Zusagen schickten und wir die Qual der Wahl hatten (Cornell, Duke oder Haas?).
Und jetzt ist all das vorbei, einfach so. Der Student ist gerade auf seiner ersten Dis-Orientation-Week Party, am Donnerstag trudeln seine Eltern ein (gut geplant, damit wir abends in Ruhe zur grossen Gala gehen können) und am Sonntag ist Graduation, mit allem Drum und Dran. Danach kann er ein paar Wochen ausspannen (mit Kind, denn die Tagesmutter ist für 14 Tage im Urlaub), bevor er ab 15. Juni endlich wieder zum arbeitenden Volk gehört (und dann gehen wir Einkaufen, was das Zeug hält, das sage ich euch!!! Ich muss nicht auf grossem Fuss leben, aber immer den Cent zweimal rumdrehen, das geht einem auf die Dauer doch ziemlich auf die Nerven.).
Ganz passend hat er heute auch erfahren, dass sein H-1B Visum durch ist, und meins folgt hoffentlich bald (der Firmenanwalt hat die Eingangsbestätigung erhalten, lange kann es also nicht mehr dauern). Damit haben wir auch in dieser Hinsicht sagenhaftes Glück, denn nach den letzten Jahren gab es dieses Jahr erstmals keine Lotterie bei der Visa-Vergabe, so dass alle, die bis zum 7. April einen Antrag eingereicht haben, auch vermutlich eine Zusage bekommen. So ganz im Geheimen hätte ich mich ja vielleicht doch gefreut, ab Oktober ein bisschen zurückzufahren und mehr Zeit für die Familie und mich zu haben. Aber dann... ist es doch irgendwie gut, ein bisschen rauszukommen, dazu zu verdienen und beruflich am Ball zu bleiben. Zumal mir die Arbeit ja inzwischen viel mehr Spass macht als zu Anfang, weil das Team mehr zusammen gerückt ist.
Ja, und so komme ich vom Hölzchen aufs Stöckchen und sollte doch eigentlich Schlafen gehen. Vermutlich hat eh niehmand bis hierhin mitgelesen... Also denn, gute Nacht!
Freitag, 3. April 2009
Consumption Function
Kann ich mich heute vorm Kochen drücken, weil Consumption Function ist? Jedes Mal gehen wir mit grossen Erwartungen hin, jedes Mal kommen wir spät an, essen wenig und haben anschliessend Hunger. Jedes Mal sind wir enttäuscht und sagen uns: Das wars, nächstes Mal bleiben wir zu Hause. Und gehen dann doch wieder hin, denn man muss ja sein Gesicht zeigen, unter Leute kommen, Kontakte knüpfen. Inzwischen gibt es sogar noch einen Grund mehr: Es ist eine der letzten, denn bald ist das Uni-Leben wieder vorbei. Am 17. Mai ist schon die Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe, und am 15. Juni fängt Shai seinen Job an. Meilensteine! (Und am 6. Juli kommen meine Eltern. Yay!)
Montag, 19. Januar 2009
5 Monate und kein bisschen müde
Am Wochenende hat Yonatan mächtig zugelegt: Erst hat er sich vom Bauch auf den Rücken gedreht (nicht wirklich früh, ich weiss, aber jetzt hat er es begriffen), und dann hat er noch kräftig gedrückt, damit der erste Zahn durchkommen konnte (den zweiten sieht man schon daneben, fühlt ihn aber noch nicht). Und das alles genau nach der Rückkehr von Papa und Bruder -- vermutlich, um Eindruck zu schinden.
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