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Freitag, 6. November 2009

Vom ganz normalen Wahnsinn

Bei uns ist ja der Informationsfluss irgendwie etwas unterbrochen. Einmal die Woche Bloggen (im Höchstfall) ist nicht gerade ideal. Aber ich krieg's einfach nicht hin. Oftmals habe ich mir ja bei der Arbeit morgens so zehn Minuten gegönnt, um schnell ein paar Zeilen zu schreiben. Aber auch da bin ich Momentan am Rödeln, wie man sich nach den Ereignissen der letzten Woche vorstellen kann. Aber ich rödel gerne, solange ich alles im Griff habe.

Halloween ist vorbei, Thanksgiving rückt näher, und so langsam fängt es um uns herum an zu Weihnachten. Am Wochenende haben auch wir die Zeit umgestellt, so dass es jetzt schon immer stockfinster ist, wenn wir endlich abends zu Hause eintrudeln. Da Yair sich im Kindergarten nie von seinen Freunden losreissen kann, ist es oft schon nach sechs, bis wir endlich loskommen. Wenn ich dann noch Abendessen vorbereiten muss, wird es wirklich allerhöchste Zeit. An solchen Tagen klebt Yonatan dann oft an mir wie eine Klette, so dass die Stunde, die uns zu Hause noch bleibt, oft in Gebrüll untergeht, weil es sich einarmig nicht wirklich gut kochen lässt, er aber nicht abgesetzt werden will. Yair ist auch schon müde, will fernsehen und Süssigkeiten essen. Wenn ich dann Nein sage, ist das Drama perfekt, der eine schreit, er will den Papa, wann denn der Papa endlich, endlich nach Hause kommt, der andere hängt mir am Hals oder zerrt mir am T-Shirt, ich aber muss sehen, dass ich endlich das Essen auf den Tisch bekomme. Wenn der Papa dann endlich, endlich kommt, sitzen wir manchmal schon beim Essen, dass der eine mit Begeisterung verschlingt, irgendwann aber nur noch auf den Boden wirft, und in dem der andere lustlos herumstochert, ganz egal, was es ist... Ein wahrer Eiertanz ist das manchmal.

Ungeachtet der Zeitumstellung wacht Yonatan weiterhin zur gewohnten Zeit auf. 5:20. 5:30. Nachdem er schon seit längerem in der zweiten Hälfte der Nacht seinen Nucki verweigert hat und nur mit Mamas Brust bereit war weiter zu schlafen, habe ich diese Woche ausserdem Nägel mit Köpfen gemacht und beschlossen, dem kleinen Mann beizubringen, dass nachts geschlafen, nicht aber gegessen wird. Auch wenn das beste Restaurant der Welt direkt vor seiner Nase ruht. Mit fast 15 Monaten war es doch irgendwie an der Zeit.

Ich hatte mich auf einige wirklich schreckliche Nächte gefasst gemacht, aber oh Wunder, eine Nacht Theater hat Wunder gewirkt (danke, Dr. Gordon!). Statt Mamis Brust gab es Wasser aus dem Trinkbecher und ganz viel Körperkontakt. Der Nucki wurde voller Wut einige Male durchs Zimmer gepfeffert. Von 1 bis 2 wurde nur gebrüllt, dann erschöpft geschlafen bis um 4, danach dann eigentlich nicht mehr. Dafür tagsüber morgens drei Stunden und nachmittags nochmal zwei, während ich mich im Büro durch den Tag gequält habe. Abends bin ich früh ins Bett, in Vorbereitung auf die nächste Schreckensnacht. Die kam aber nicht. Nur einmal wurde er kurz wach, trank Wasser, begnügte sich etwas widerwillig mit dem Schnuller und schlief dann wieder ein. Durchschlafen ist ja was anderes, aber wenigstens kann ich mich jetzt bedeckt halten nachts. Jetzt müssen wir nur noch die Stunde Zeitumstellung in den Griff kriegen. Die biologische Uhr kann doch recht hartnäckig sein. Ich will noch gar nicht an den jetlag im Dezember denken...

So, und jetzt läute ich das Wochenende ein: Yair wartet.

Donnerstag, 20. August 2009

Premieren

auch bei uns: Heute morgen bin ich extra früh aufgestanden, um das Abendessen in den crockpot zu geben. Draussen dämmerte es vor sich hin, drinnen herrschte schläfrige Ruhe. Bis plötzlich eine helle Stimme ganz klar ein Kleinkind im Anmarsch ankündigte -- Yonatan ist zum ersten Mal alleine aus unserem Bett geklettert, ums sich auf den Weg zu mir in die Küche zu machen! Und: seit drei Tagen etwa läuft er grössere Abstände alleine und wird immer sicherer. Passend zum Geburtstag. Ausserdem habe ich heute zum ersten Mal das Bobbycar aus der Versenkung geholt und damit Aufregung im Courtyard gestiftet.

Bei all der Aktivität hat so ein Jahreskind natürlich unbändigen Hunger. Deshalb isst er jetzt ordentlich am Familientisch mit, heute zum Beispiel Chili con Carne mit Vollkornreis. Ein ganzes Schüsselchen. Ich war Beeindruckt.

Jetzt aber ab ins Bett...

Freitag, 7. August 2009

Baby war einmal

Wenn man beim morgendlichen Zähneputzen mit dem einen Fuss den Toilettendeckel zuhalten, mit dem Bein den Zugang zu Mülleimer und Toilettenbürste versperren und dann noch geschickt mit der freien Hand einmal quer rübergreifen muss, um die Toilettenpapierrolle aus der Halterung zu entfernen, dann weiss man, dass das Baby im Haushalt kein Baby mehr ist und der Zeitpunkt erreicht, an dem einem überall Augen und vielleicht noch ein paar zusätzliche Hände wachsen müssten.

Dienstag, 28. Juli 2009

Eine Ära

geht zu Ende. Die letzten zwei Wochen, in denen ich bei der Arbeit Milch abpumpe, sind angebrochen. Seit einigen Tagen pumpe ich nur noch einmal am Tag und füttere aus dem Gefrierfach zu, und da der Vorrat langsam zu Neige geht, haben wir es gestern zum ersten Mal mit Bio-Vollmilch probiert (drei Wochen vor Y.s erstem Geburtstag und mit Absegnung der Kinderärzting, die schreibt, dass es keine objektiven Beweise dafür gebe, dass Folgemilch besser als Kuhmilch sei, weil die Verdauung etwa um 12 Monate reif genug sei, normale Kuhmilch und Milchprodukte zu tolerieren). Hüttenkäse und Joghurt verdrückt Yonatan ja schon seit Monaten mit Begeisterung, und so hat er laut Tagesmutter die Kuhmilch gestern ohne mit der Wimper zu zucken getrunken, ein ganzes Fläschchen, als ob es überhaupt keinen Unterschied zur Muttermilch gäbe. So reibungslos habe ich mir den Übergang wirklich nicht vorgestellt. Hach, aber meine Lesepausen bei der Arbeit werde ich vermissen...

Montag, 8. Juni 2009

Schlaf, Kindlein, schlaf

Wow. Das ist die erste Nacht, seit der kleinste Mann sich hinstellen kann, in der er alleine in seinem Bettchen eingeschlafen ist. Es hat nur eine halbe Stunde gedauert. Und er hat nicht geweint, kein bisschen. Vielleicht liegt es an den Kartoffeln. Haferbrei mit Pfirsich ging nämlich gar nicht. Dafür schob er sich dann Kartoffeln mit Butter rein, eine nach der anderen, die ich eigentlich für mich gekocht hatte. Nach Bad und Gute-Nacht-Lied war er schliesslich so friedlich, dass er seine Stehparty ohne das übliche Gezeter irgendwann beendet und sich einfach auf seinen Bauch gelegt hat und ins Reich der Träume entschwunden ist. Wahrscheinlich wird er gleich wieder wach, denn Lust auf Brust war nach seiner Fresstirade nicht mehr. Aber das macht ja nichts. Der Zyklus ist durchbrochen -- das zählt. Yay!

Siehste!

... bester Vater von allen, wir hätten doch gleich die Sicherungen für die Schranktüren mitkaufen sollen. Seit gestern öffnet das kleinste Familienmitglied nämlich Küchenschränke -- erst mit Erstaunen und inzwischen mit wachsender Begeisterung. Und du dachtest, davon sind wir noch weit entfernt!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Gefremdelt

Die Verkäuferin: "Mensch, bist du ein Süsser! So tolle grosse Augen! Wenn du, sagen wir mal, 50 Jahre älter wärst, dann würde ich mir das überlegen!" Daraufhin schaut Yonatan mich hilfesuchend an, verzieht den Mund -- und fängt an zu weinen.

So soll's sein, oder? Fremdeln muss das Kind. Von Yair kenne ich eine solche Reaktion allerdings nicht.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Bald ist jetzt

Gestern hat er es nur bis auf die Knie geschafft, aber gerade rief mich mein Grosser: "Mama, guck mal, was Yonatan macht!" Und da stand er schwankend im Gitterbettchen, mit der einen Hand festhaltend, mit der anderen Hand wedelnd, bis er *rums!* seitwärts auf seine Matratze sackte. Das heisst also, dass morgen die Matratze tiefer gelegt wird, sonst purzelt er uns irgendwann kopfüber da raus.

Nebenbei hatte Yair heute seinen U-irgendwas Termin (hier heisst das well-child visit): Hörtest, Sehtest prima, Grösse und Gewicht verlaufen genau auf der 50%-Kurve, BMI liegt niedriger als beim letzten Mal (kein Wunder, er ist ja auch ständig unterwegs und in Bewegung). Alles in allem meinte die Ärztin, er sei seinem Alter mindestens ein Jahr voraus. Ist das was Gutes? Die fünf Impfungen haben ihn trotzdem erstmal umgehauen, so dass er einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht hat und dann weinerlich aufgewacht ist. Nach einer Probestunde Aikido und einer Schüssel Milchreis mit Apfelmus ging's aber wieder.

Morgen steht Yonatans 9-Monats-Untersuchung an.

Dienstag, 19. Mai 2009

Tiefer legen

müssen wir bald das Gitterbettchen: der kleinste meiner Männer hat sich soeben an den Gitterstäben vom Bauch auf die Knie gezogen. Ausserdem hat er sich heute seinen ersten Bluterguss verpasst, der Arme. An der Oberlippe. Da wippte er schwungvoll auf allen vieren vor und zurück, streckte dann ein Bein durch, sackte allerdings mit einem Arm ein und knallte mit dem Kinn auf den Boden. Habe ich mir erzählen lassen. Ich war Gott sei Dank nicht dabei. Danach wollte er für den Rest des Tages kaum noch etwas essen. Bis es abends Nudelauflauf gab -- da musste er unbedingt probieren. Seinen Brei mit Birnen-Pflaumen-Mus hat er komplett stehen lassen.

Montag, 4. Mai 2009

Wochenend-Nachtrag

  • Zahn Nummer vier hat sich geoutet.
  • Yonatan ist unter die (Fr)Esser gegangen. Deshalb sind wir jetzt von Fertiggläschen auf Eigenproduktion umgestiegen. Birnen- und Apfelmus isst er im Haferbrei, aber nur mit einem Schlag Joghurt mittendrin. Möhren-Süsskartoffel-Breichen klappt auch, wenn ordentlich Cottage zugegeben wird. Und seinen neuen Becher liebt er über alles -- daraus trinkt er Wasser wie ein Weltmeister.
  • Yair hat mir gestern (Vor-)Frühstück ans Bett gebracht (ich dachte schon, es sei Muttertag): eine Käsestange und zwei Erdbeeren. "Spatzi, die Früchte müssen wir aber waschen." Er, stolzgeschwellt: "Habe ich schon! Im Badezimmer!"
  • Yair liebt Zahlen und Buchstaben. Seinen Namen kann er schon seit einiger Zeit schreiben, und die meisten Buchstaben kennt er auch, und nicht etwa, weil wir ihn drillen, sondern weil er ständig fragt und einfach alles wissen will. Und heute beim Abendessen hat er sich auch im Rechnen bewiesen. Der Student wollte ihm eine Falle stellen und warf ihm vier plus drei vor die Füsse. Aber mit 4 Jahren macht ihm keiner was vor, und so kam auch gleich die Antwort: "Sieben!"
  • Oh, und ein Nachtrag an Frau Brüllen: Der Rhabarber-Kuchen war spitze und nach einer halben Stunde nicht mehr vorhanden (OK, wir waren aber auch sechs Erwachsene plus zwei mitessende Kinder -- die den Rhabarber allerdings rausgepult haben).

Montag, 27. April 2009

Berichtenswertes

vom Wochenende:
  • Yonatans dritter Zahl ist durch
  • Yonatan hat Reis und Hüttenkäse zu seiner Speisekarte hinzugefügt
  • Yonatan robbt schneller denn je durch die Gegend, von Zimmer zu Zimmer (jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis er richtig krabbelt)
  • Wir hatten einen wunderbaren Sonntagnachmittag bei Shais Professor in Santa Rosa, der seinen Kurs zum Schlemmen auf sein riesiges Anwesen eingeladen hatte. Nachdem wir das Haus gebührend bewundert hatten, stellte sich heraus, dass das nur das Poolhaus ist – das eigentlich Wohnhaus liegt etwas abseits. Yair hat es sich daraufhin am Pool gemütlich gemacht. Wenn ich so wohnen könnte, würde ich mir nicht mal mehr über die Schweinegrippe Gedanken machen, von der es inzwischen auch erste Fälle hier im Umkreis gibt.

Samstag, 25. April 2009

Wie ein Scheunendrescher

hat der kleinste Mann heute Abend Reis gegessen. Er konnte gar nicht genug kriegen. Und das, obwohl er für festes Essen eigentlich immer noch nicht so übermässig zu begeistern ist. Gerber-Glässchen lässt er sich gefallen, am liebsten Birne, Möhre und Süsskartoffel. Aber wehe, ich komme mit einer zermatschten Banane oder Avocado daher -- da werden die Lippen mit aller Kraft zugesperrt. Deshalb die Überraschung heute Abend, als ich ihm spasshalber einen Reiskorn zum probieren gegeben habe. Danach hat er reingehauen, als habe er bis jetzt nichts zu Essen bekommen. Wasser hat er auch dazu getrunken. Und anschliessend noch seine Antibiotika und eine Portion Brust. Mal sehen, ob er so gestärkt vielleicht heute Nacht ein bisschen ruhiger schläft...

Unterdessen hat Yair den "Powerranger walk" entdeckt und marschiert mit seinen Beinen weit ausholdend durch die Wohnung. Zum Schreien.

Samstag, 4. April 2009

Abgenabelt

Den ganzen Tag habe ich gerödelt -- umgeräumt, aufgeräumt und weggeräumt, was das Zeug hält, und siehe da: Alles ist hergerichtet für die erste gemeinsame Nacht der Kinder im selben Zimmer und der Flur umfunktioniert zur genialsten Spielecke von allen. Und während die beiden schon tief und friedlich schlafen, wundere ich mich, wie gross unser Zimmer ohne das Gitterbettchen ist; wie leer die Seite neben meinem Bett. Ist es nicht irgendwie traurig, dass mit jedem Tag, der verstreicht, die Abnabelung der Kinder von den Eltern (und umgekehrt?) voranschreitet?

Freitag, 27. März 2009

Wäre es nicht schön

jeden Tag mit einem kleinen blogpost zu beginnen, damit ich endlich wieder Kontinuität hier rein bekomme? Genauso, wie ich mich gestern endlich im Fitness-Studio angemeldet habe, damit sich bald zum Vorschwangerschaftsgewicht (jawohl, das ist geschafft!) auch die Vorschwangerschaftsfigur wieder einstellt. Die Logik: Wenn ich zahle, werde ich auch die Zeit finden müssen. Sonst wird das nämlich nix.

Ansonsten erholen wir uns gerade von fünf Tagen Hawaii. Das war traumhaft (Bilder folgen).

Ach, und Familie Brüllen herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!!! Dann kann der Spass ja jetzt losgehen! ;-)

Donnerstag, 18. September 2008

Yonatan

Vreni, danke für den Tritt in the Hintern. Den habe ich gebraucht!

Also, wir sind seit dem 17.8. endlich zu viert! Die Geburt war kurz (aber nicht schmerzlos). Um 0:20 Uhr kamen wir im Krankenhaus an, nachdem mir zu Hause das Fruchtwasser abgegangen war, und um 1:58 Uhr war der kleine Mann schon draussen. Da war nicht mal mehr Zeit für eine PDA. 4180 g und 54 cm -- alle waren erstaunt.

Uns geht es prima. Wir haben uns sogar schon ein erholsames Wochenende am Lake Tahoe gegönnt. Yonatan is ein ganz ruhiges, friedliches Baby, das gerade an zu lächeln fängt. Er weint eigentlich kaum, nur wenn ihm etwas wirklich arg gegen den Strich geht (so wie jetzt, weil es ihm auf seiner Spielwiese zu einsam ist und er eigentlich schlafen möchte -- deshalb mache ich es kurz).

Hier noch ein paar Bilder.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Der Countdown läuft

Nachdem immer wieder Beschwerden laut werden, weil ich so gar keine Anstalten mache, das Bloggen wieder aufzunehmen, hier ein kleiner Zwischenbericht. Uns geht es gut oder besser: den Umständen entsprechend. Ich watschel besser schlecht als recht umher, auch wenn ich ständig Komplimente höre, die Schwangerschaft stände mir so gut und ich sei ja nur Bauch und hätte gar kein Fett angesetzt (glaubt mir, ich weiss es besser!).

Der kleine Mann wird langsam äusserst ungeduldig, besonders seit wir das Geschwister-Vorbereitungs-Seminar besucht haben. Er will, dass das Baby jetzt kommt, nicht erst morgen oder in einem Monat. Gestern als ich nach Hause kam, lag auf meinem Bett ein buntes Bild mit allerlei Herzchen-Aufklebern, das er direkt nach dem Aufstehen für „sein“ Baby gemalt hat. Trotzdem vermute ich, dass er sich noch nach dieser Zeit als Einzelkind zurück sehnen wird...

Beinahe ist auch alles hergerichtet: die Strampler aus der Kammer gekramt, gewaschen, gefaltet und eingeräumt; vorhandenes Spielzeug aussortiert und von Yair sorgfältig in eine Kiste geräumt; Kinderwagen und Autositz auf dem Weg; Wiege in Planung. In mir strampelt und boxt es wie verrückt; äusserst lebhaft ist mein Bauchbewohner, soviel kann ich verraten. Bis zum Termin sind es morgen dann nach genau vier Wochen.

Bis dahin harre ich bei der Arbeit aus und mache mein Schwangerschafts-Yoga, Shai absolviert weiterhin sein Praktikum bei Salesforce.com und Yair vergnügt sich beim Sommerprogramm im Kindergarten. Er spricht inzwischen ganz toll Englisch und spielt jetzt auch mit amerikanischen Kindern. Jona und Adi sind seine liebsten Freunde. Seit er letzte Woche ein Fahrrad geerbt hat, liegt sein heissgeliebtes Laufrad übrigens unbeachtet in der Ecke und er übt fleissig, ohne Stützräder zu fahren. Das klappt auch schon prima, nur alleine anfahren bereitet noch Schwierigkeiten.

Deutschland fliegen wir übrigens im November an, jedenfalls ich mit den beiden Kleinen (der Student lebt ja dann erneut für die Uni). Bevor ich im Dezember wieder in den Job starte. Aber daran mag ich noch gar nicht denken...

Mittwoch, 30. April 2008

Pessach ohne Windeln

Ooops, jetzt ist es schon fast Mai, und trotz Putzfrau finde ich irgendwie keine Zeit für regelmässige Einträge.

Pessach liegt hinter uns; kam und ging wie im Flug. Ich habe zum ersten Mal Matze-Knödel selber gemacht. (Wenn ich gewusst hätte, wie einfach das ist!) In der Bay-Gegend herrschte akute Matzot-Knappheit, weil die örtliche Matzot-Fabrik durch ein Feuer lahm gelegt wurde. Irgendwann habe ich mich hingestellt und aus Matze-Mehl selber Matzot gebacken, aber die waren dann doch nicht so der Knüller. Zwei Tage später bin ich nochmals zum Saffron, unserem Spezialgeschäft gestiefelt, um Shimshun, den freundlichen Iraner jüdischer Abstammung, zu fragen, ob er inzwischen eine Matzot-Lieferung aus LA bekommen hat. „Pschhhht!“ gebot er mir und legte verschmitzt einen Finger an die Lippen. „Ich verstecke sie!“ Dann machte er sich hinter der Ladentheke zu schaffen und beförderte eine Packung Matzot zu Tage. Eigens für mich. Und ohne einen Becher von seinem köstlichen persischen Tee (mit Rosenwasser) liess er mich dann nicht gehen.

Unser erster hoher Besuch hat gerade Abschied genommen und kämpft vermutlich in Israel mit einem gehörigen Jetlag. Shais Vater war für zwei Wochen hier und hat an Pessach dann auch gleich Kindermädchen gespielt, weil Yair Ferien hatte. Das hat prima geklappt, zumal er sogar jeden Tag gespült und den Müll rausgebracht hat. Shais Bruder war auch für einige Tage bei uns, als Überraschungsbesuch sozugagen, von dem vorher nur ich wusste.

Hier ein paar Frühlings-Impressionen von Lake Tahoe am letzten Wochenende, kurz vor Sabas Abreise:



Ausserdem hat der kleine Mann gehörige Fortschritte gemacht: Er ist nämlich jetzt tagsüber trocken und geht seit Montag ohne Windel in den Kindergarten. Oma und Opa haben als Belohnung auch gleich ein Päckchen auf den Weg gebracht, das wir heute bei der Post abholen müssen. Fragt sich nur, wer stolzer ist: das Kind, die Eltern oder die Grosseltern? Da macht man sich vorher so viele Gedanken, zerbricht sich den Kopf, wie diese Geschichte wohl am besten anzupacken ist, ärgert sich über Fragen wie „Was, schon 3 Jahre und immer noch nicht trocken?!“, und dann erledigt sich das Problem urplötzlich von alleine. Weil das Kind nämlich einfach irgendwann so weit ist. Man muss praktisch nur abwarten. Oder?

Mittwoch, 30. Januar 2008

Glückskind?

Ich melde mich endlich zurück. Die letzten Wochen waren einfach zu unstrukturiert, als dass ich etwas hätte schreiben können. Deutschland, Israel, dann plötzlich ein Jobangebot, Rückflug nach San Francisco, eine Woche Eingewöhnung und Zurück-in-den-Alltag finden -- und seit Montag gehöre ich wieder zum arbeitenden Volk. Festanstellung als technische Redakteurin bei einer Firma in Oakland, nur 15 Autominuten entfernt. Ich arbeite von 7 bis 15 Uhr und habe ein Laptop, so dass ich bequem von zu Hause aus vor- oder nacharbeiten kann, falls ich doch mal früher gehen muss oder später komme. Da fühle ich mich gleich wieder als Glückskind. Nur gut, dass ich im November den Job in Mountain View nicht angenommen habe! Es wendet sich eben doch immer alles zum Guten. Meistens muss man nur abwarten. (Von den 10 mickrigen Urlaubstagen erzähle ich lieber nicht.)

Nicht, dass es mir leicht fällt, jeden Morgen vor sechs aufzustehen. Heute hat zu allem Übel mein Wecker versagt und ich musste in Windeseile ausgehfertig sein. Ausserdem raucht mir der Kopf, weil es, wie immer in einem neuen Job, so viel zu lernen gibt.

Yair bleibt ohne zu Murren länger im Kindergarten, bis 15:30 Uhr. Dort schläft er Mittags wenigstens wieder, und davon konnte ja in den letzten Monaten keine Rede sein.

Shai hängt wieder gänzlich im Semester und hat kaum Zeit zum Schlafen oder Essen. Apropos, da ich jetzt weniger Zeit habe, aber trotzdem regelmässig Kochen muss, kommt natürlich der tolle Schnellkochtopf genau passend (Danke nochmal!). Inzwischen habe ich mir schon Rezepte besorgt und mich durch alle nötigen Kapitel gelesen. Spätestens am Wochenende wird er eingeweiht. Ein bisschen Respekt habe ich ja vor dem Ding noch, aber das wird sich sicher legen.

So wurschteln wir uns also durch die Tage, die übrigens in letzter Zeit äusserst verregnet sind. Nur heute hat aus Versehen die Sonne geschienen, aber eiskalt war es trotzdem.

Sonntag, 25. November 2007

Spiderman sei Dank

Nach knapp 1300 km, Truthahn, Kürbiskuchen, Hollywood, Beverly Hills, Santa Monica und einer Umleitung um Malibu (an den wütenden Bränden vorbei) melden wir uns zurück (Bilder folgen). Yair hat Micky Mouse und Minnie Mouse die Hand geschüttelt, Spiderman getroffen (der zu seinem Leidwesen Englisch sprach -- nicht wie der richtige Spiderman, der doch, natürlich!, Hebräisch spricht), bei Freunden der Verwandten Klamotten und Spielzeug abgestaubt, begeistert beim Laubfegen geholfen, tapfer viele Stunden im Auto überstanden und sich wieder ein paar Steine im Brett erobert.

Und weil Spiderman ja nach wie vor so hoch im Kurs steht, hat der kleine Mann heute ein 3er-Pack Spiderman-Schlüpfer bekommen. Das war ihm aber ein Ansporn! Zum ersten Mal zwei Stunden ohne Windel, drei Mal zwischendurch zur Toilette -- ein voller Erfolg. Allerdings wollte er auch mit Schlüpfer ins Bett schlüpfen. Da wurde gebrüllt, geschrien, gezetert, gebockt, bis er schlieslich klein beigab und bewindelt unter die Decke kroch. Morgen nach dem Kindergarten also auf ein Neues. Hoch lebe Spiderman!

Freitag, 9. November 2007

Wenn du es am wenigsten erwartest...

klingelt das Telefon. Du antwortest unwirsch, denn du kannst einfach nicht noch einen dieser Werbeanrufe ertragen, die Mittags um diese Zeit eintrudeln. Spende für Feuerwehrleute. Hilf im Kampf um Drogen. Halte unsere Kinder von der Strasse fern. Und genau dann ist die Vorgesetzte der Firma dran, bei der du dich vorgestellt hast, so freundlich, scheinbar lächelnd, denn stell dir vor! Sie mag dich wirklich und möchte, dass du ihrem Team beitrittst, da sind vorher nur noch ein paar kleine Dinge zu klären. Wie die Entfernung. Kann ich mir vorstellen, jeden Tag 75 km zu fahren? Heimarbeit etwa zwei Mal die Woche? So so. Nicht gerade üblich in der Firma. Die Leute kommen jeden Tag ins Büro. Schwer, jemanden aus der Distanz zu managen. Aber weisst du was? "Lass mich eine Weile darüber nachdenken." Als wir auflegen, stelle ich fest, dass ich nicht erwähnt habe, dass ich auch Stunden reduzieren möchte. Über wie viele Stunden sprechen wir eigentlich? 40? Wie sieht es mit 30 aus? 32? OK, nicht mehr als 34. Als ich sie zurück rufe, grüsst mich nur der Anrufbeantworter. Niemand zu Hause. Ist sie ins Wochenende entfleucht? Ich hinterlasse ihr eine Nachricht, bitte um einen Rückruf. Und jetzt warte ich... Sollte ich diese Gelegenheit verstreichen lassen? Oder sie mit beiden Händen beim Schopfe packen und sehen, was draus wird?

Was habe ich gestern geschrieben? Ich wollte nur angenommen werden? Hm. Ich bin angenommen worden!!! Und vielen Dank für die aufmunterden Kommentare in der Zwischenzeit! Ich schätze das sehr!