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Freitag, 6. November 2009

Vom ganz normalen Wahnsinn

Bei uns ist ja der Informationsfluss irgendwie etwas unterbrochen. Einmal die Woche Bloggen (im Höchstfall) ist nicht gerade ideal. Aber ich krieg's einfach nicht hin. Oftmals habe ich mir ja bei der Arbeit morgens so zehn Minuten gegönnt, um schnell ein paar Zeilen zu schreiben. Aber auch da bin ich Momentan am Rödeln, wie man sich nach den Ereignissen der letzten Woche vorstellen kann. Aber ich rödel gerne, solange ich alles im Griff habe.

Halloween ist vorbei, Thanksgiving rückt näher, und so langsam fängt es um uns herum an zu Weihnachten. Am Wochenende haben auch wir die Zeit umgestellt, so dass es jetzt schon immer stockfinster ist, wenn wir endlich abends zu Hause eintrudeln. Da Yair sich im Kindergarten nie von seinen Freunden losreissen kann, ist es oft schon nach sechs, bis wir endlich loskommen. Wenn ich dann noch Abendessen vorbereiten muss, wird es wirklich allerhöchste Zeit. An solchen Tagen klebt Yonatan dann oft an mir wie eine Klette, so dass die Stunde, die uns zu Hause noch bleibt, oft in Gebrüll untergeht, weil es sich einarmig nicht wirklich gut kochen lässt, er aber nicht abgesetzt werden will. Yair ist auch schon müde, will fernsehen und Süssigkeiten essen. Wenn ich dann Nein sage, ist das Drama perfekt, der eine schreit, er will den Papa, wann denn der Papa endlich, endlich nach Hause kommt, der andere hängt mir am Hals oder zerrt mir am T-Shirt, ich aber muss sehen, dass ich endlich das Essen auf den Tisch bekomme. Wenn der Papa dann endlich, endlich kommt, sitzen wir manchmal schon beim Essen, dass der eine mit Begeisterung verschlingt, irgendwann aber nur noch auf den Boden wirft, und in dem der andere lustlos herumstochert, ganz egal, was es ist... Ein wahrer Eiertanz ist das manchmal.

Ungeachtet der Zeitumstellung wacht Yonatan weiterhin zur gewohnten Zeit auf. 5:20. 5:30. Nachdem er schon seit längerem in der zweiten Hälfte der Nacht seinen Nucki verweigert hat und nur mit Mamas Brust bereit war weiter zu schlafen, habe ich diese Woche ausserdem Nägel mit Köpfen gemacht und beschlossen, dem kleinen Mann beizubringen, dass nachts geschlafen, nicht aber gegessen wird. Auch wenn das beste Restaurant der Welt direkt vor seiner Nase ruht. Mit fast 15 Monaten war es doch irgendwie an der Zeit.

Ich hatte mich auf einige wirklich schreckliche Nächte gefasst gemacht, aber oh Wunder, eine Nacht Theater hat Wunder gewirkt (danke, Dr. Gordon!). Statt Mamis Brust gab es Wasser aus dem Trinkbecher und ganz viel Körperkontakt. Der Nucki wurde voller Wut einige Male durchs Zimmer gepfeffert. Von 1 bis 2 wurde nur gebrüllt, dann erschöpft geschlafen bis um 4, danach dann eigentlich nicht mehr. Dafür tagsüber morgens drei Stunden und nachmittags nochmal zwei, während ich mich im Büro durch den Tag gequält habe. Abends bin ich früh ins Bett, in Vorbereitung auf die nächste Schreckensnacht. Die kam aber nicht. Nur einmal wurde er kurz wach, trank Wasser, begnügte sich etwas widerwillig mit dem Schnuller und schlief dann wieder ein. Durchschlafen ist ja was anderes, aber wenigstens kann ich mich jetzt bedeckt halten nachts. Jetzt müssen wir nur noch die Stunde Zeitumstellung in den Griff kriegen. Die biologische Uhr kann doch recht hartnäckig sein. Ich will noch gar nicht an den jetlag im Dezember denken...

So, und jetzt läute ich das Wochenende ein: Yair wartet.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Erfolg auf der ganzen Linie

Wochenende überstanden, obwohl ich gestern noch reichlich neben mir stand. Jason Mraz war absolut genial. Wer die Gelegenheit hat, sollte ihn sich unbedingt ansehen. Bob Dylan war besser als erwartet. Nachdem Freunde, die ihn am Tag vor uns gesehen haben, enttäuscht waren, weil er nur neue und nicht ein einziges altes Lied gespielt hat, sind wir eher widerwillig zum Konzert gefahren. Mit ein, zwei Bierchen konnte man sich die neuen Stücke aber gut anhören, und zwei seiner Classics hat er dann auch zum Besten gegeben. War allerdings sehr unpersönlich. Ich glaube, sein Publikum interessiert ihn nicht mehr wirklich. Kein einziges Wort hat er an uns gerichtet. Jason Mraz dagegen... Das war eine Party, wirklich.

Tja, und unser campout war auch ein voller Erfolg. Wenn 20 Vierjährige so richtig aufdrehen, geht es hoch her. Dementsprechend müde waren sie dann, so dass einige freiwillig ins Zelt gekrochen sind, noch bevor wir überhaupt mit Gitarre ums Lagerfeuer sassen. Yair natürlich nicht, obwohl auch er irgendwann ungeduldig wurde. "Mama! Mama!!! Wann gehen wir denn endlich ins Zelt?!" Geschlafen haben alle super in den kuschelig-warmen Schlafsäcken (bei nur etwa 10 Grad Aussentemperatur), nur mein Rücken hat sich gequält, weil die Isomatte einfach nicht genug Polster hergibt. So habe ich die halbe Nacht wachgelegen und darauf gewartet, dass es endlich dämmert. Und wenn man seit 21:30 so liegt, dann ist die Nacht wirklich ungewohnt lang!

Am nächsten Morgen streckte Yair sich, hob seinen Kopf und rief: "Können wir das bald nochmal machen?!" Da war es 7:00 Uhr, und nebenan warteten schon Bagels, Schmierkäse, Weintrauben, Melonen, Kaffee und Saft auf uns. Am kommenden Wochenende hat Z. Yair also zu "Camping Light" eingeladen: Zelten auf dem Balkon.







Donnerstag, 8. Oktober 2009

Herta Müller

hat den Nobelpreis für Literatur gewonnen. Wow! Ich habe sie einmal getroffen, im Wintersemester 98/99, als sie einen Gastvortrag an unserer Universität gehalten hat. Ich war studentische Hilfskraft am Lehrstuhl des organisierenden Professors und zum ersten Mal damit betraut, die Gastvortragsreihe und - dozentur mitzuplanen. Lange vor meiner Zeit dort, im Wintersemester 88/89, hatte Herta Müller selbst die Gastdozentur inne, aber da habe ich noch pflichtbewusst die Schulbank gedrückt.

Nun denn. Beim nächsten Deutschland-Besuch werde ich mir auf jeden Fall ihren viel gepriesenen letzten Roman besorgen. Bis dahin tauche ich in andere kulturelle (Ab)Gründe ein: Am Wochenende touren sowohl Jason Mraz als auch Bob Dylan (genau der!) durch Berkeley, und ich habe für beide Tickets!!!

Ansonsten nichts neues hier, wir sind nur sehr beschäftig. Am Samstag steht das grosse Zeltlager mit Yairs Kindergartengruppe an. Man darf gespannt sein. Es wird ja schon empfindlich kalt nachts...

Donnerstag, 24. September 2009

Bücherbus Emil

Ich mache jetzt mal schamlos Werbung für die Frau meines ersten Chefs, die nämlich die tolle Idee hatte, aus einem echten Englischen Doppeldeckerbus einen fahrenden Buch- und Teeladen zu machen, um abgelegene Orte zu erschliessen. Emil heisst das gute Stück. Sie hat sogar schon den WDR auf sich aufmerksam gemacht. Eröffnung ist Anfang Oktober. Wen's interessiert: www.BuecherBusEmil.de

Freitag, 24. Juli 2009

Jack Johnson

Weil seine Lieder einfach immer so schön dahin plätschern... Musik zum Wohlfühlen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Orangensaftkuchen

Dieser Kuchen hat das Zeug zum Lieblingskuchen und ist schnell und einfach in weniger als 10 Minuten zusammenzurühren. Meine Männer jedenfalls waren begeistert.

1 Tasse Zucker
2 Tassen Mehl
2 1/2 TL Backpulver
1/2 Tasse Öl
1 Tasse Orangensaft
2 Eier
Ein paar Tropfen Vanille

Alles zu einem glatten Teig verrühren, in eine Kastenform geben und bei 170 Grad (Celsius) etwa 45 Minuten backen.

Montag, 8. Juni 2009

Sarah's Key

ist vermutlich der erste Holocaust-Roman, den ich seit meiner Magisterarbeit gelesen habe. Lange hat mich kein Buch mehr so berührt. Die Tragik des Ungeheuerlichen, dieser Horror, der unschuldigen Menschen widerfährt, Kindern noch dazu, erzählt in einer klaren, einfühlsamen Sprache, die ihrerseits dazu führt, dass man mitten im Geschehen steht, in beiden Strängen. Tatiana de Rosnay versteht es, beide Erzählungen geschickt zu verweben, und so überspringt der Leser in der ersten Hälfte des Romans unaufhörlich 60 Jahre, bewegt sich in zwei Welten, erfährt in der einen Entsetzliches und versucht in der anderen, damit klarzukommen, wenngleich das unmöglich ist. Genau wie Sarah, genau wie Julia hat mich in den letzten Nächten der Gedanke an den kleinen Jungen im Schrank nicht losgelassen, zumal er in Yairs Alter war. Sarahs Geschichte endet, als sie selbst und Julia das Ende Michels entdecken. Kurz danach flacht die Erzählung ab, verliert an Tiefe und Dichte. Die Besessenheit Julias, die zerbrochene Ehe, ihre Rückkehr nach Amerika mit dem neuen Baby, das abschliessende Zusammentreffen mit William -- all das wirkt mehr konstruiert als wirklich realistisch. Trotzdem ist es ein Buch, das aufrüttelt und Eindruck hinterlässt. Erinnern, nicht vergessen. Dass hier die anderen die Geschichte hervorholen und bewahren, während die eigentlich Betroffene sich in Schweigen hüllt, ist bittere Ironie.

Freitag, 15. Mai 2009

Angenehm

Auf dass euer Wochenende so locker-flockig-fröhlich werde wie dieses Lied (New Soul) von Yael Naim!

Gut gelacht

Wer sich ein bisschen Spass gönnen möchte, der sollte seine Seite mal unbedingt durch Googles Übersetzungsmaschine jagen. Zum Schreien!

Donnerstag, 30. April 2009

Wer ist der Chef im Haus?

Jedes Mal, wenn ich ein Buch über Kindererziehung lese, so wie „Scream free parenting“, denke ich: „Ja! Das kann ich!“ oder zumindest „Das kann ich lernen!“. Dann bemühe ich mich einige Wochen lang beschwingt und positiv bestärkt, nur um wieder in das alte Muster zu verfallen: Bei der Arbeit klappt alles wunderbar, ich komme gut gelaunt im Kindergarten an oder nach Hause – und fange dann innerhalb kürzester Zeit an zu brodeln, weil die Küche unaufgeräumt ist, in der übrigen Wohnung Klamotten und Spielzeug herumliegen, das Abendessen gekocht werden will, das Baby schreit, der grosse Sohn Hunger hat und sofort, SOFORT etwas essen will, dann wutentbrannt an zu schreien fängt, weil ich die Kühlschranktür wieder zu mache („Es gibt jetzt keinen Snack. Wir essen in einer halben Stunde zu Abend!“), und und und... bis um 21 Uhr endlich Ruhe herrscht (im Idealfall) und ich endlich aufräumen und spülen kann (OK, manchmal hilft der Student, wenn er denn zu Hause ist). Ufff.

Aber vielleicht klappt es ja dieses Mal, mit „Mom-in-Chief“. Ich bin voller Hoffnung.

Dienstag, 28. April 2009

Lucky

Nach den schlechten Nachrichten von heute Morgen hat mir dieses Lied im Laufe des Tages richtig gut getan: Lucky von Jason Mraz (featuring Colbie Caillat).

Freitag, 24. April 2009

Anreiz

Für alle, die das Stillen lieber früher als später aufgeben möchten, hier ein Artikel in der New York Times.

Ich jedenfalls habe mich ganz gut damit arrangiert: der kleinste Mann und ich geniessen die Momente der ungestörten Zweisamkeit. Jedenfalls bis ihn etwas ablenkt – und dann ist Mammis Brust plötzlich nur noch Nebensache. Deshalb funktioniert es nachts am besten, und das ist auch nicht weiter schlimm, denn ich schlafe ja dabei wieder ein. Und er bekommt die Wärme und Nähe, die ich ihm Tagsüber bei der Arbeit vorenthalte...

Mittwoch, 30. Juli 2008

Mamma Mia

Die Überraschung des gestrigen Abends: Mamma Mia ist überaus unterhaltsam! Als alte ABBA-Liebhaberin, die vor seichten Filmen zurückscheut, habe ich mich nur im Rahmen eines lange geplanten und dann doch wieder fast ins Wasser gefallenen Frauenabends ins Kino gewagt. Und habe mich köstlich amüsiert! Wer hätte gedacht, dass dieser Film so auf die Lachmuskeln geht. Genau das richtige für einen letzten Abend ausser Haus. Kurz ging mir durch den Kopf, ob ABBA im Kreißsaal wohl die Schmerzen erträglicher macht? Heute jedenfalls arbeite ich zu Hause und lasse mich seit Urzeiten zum ersten Mal wieder von alten Klängen berieseln. Hier stört es wenigstens niemanden, wenn ich lauthals mitsinge.

Sonntag, 18. November 2007

Schnuddel

steht derzeit hoch im Kurs. Jeden Abend lesen wir aus dem grossen Janosch Schnuddel-Lesebuch "Wenn Schnuddel in die Schule geht". Ich gestehe: Ich amüsiere mich köstlich dabei. Janosch hat einfach eine unvergleichliche Art zu erzählen. Ich liebe es, wie er mit der Sprache spielt. Eines Tages macht Schnuddel übrigens eine "Kleine Reise nach Paderborn". Na sowas, da hätten wir ihn fast mal treffen können, damals, zu Studienzeiten. "Gute Nacht, Schnuddel, du altes Haus. Bis morgen." Nebenan wälzt sich noch immer der kleinste Schnuddel-Fan der Familie und findet keine Ruhe...

Montag, 1. Oktober 2007

Buchwurm

In den letzten Wochen habe ich gelesen, was das Zeug hält. Gerade eben habe ich Khaled Hosseinis "A Thousand Splendid Suns" (Tausend strahlende Sonnen) (2007) aus der Hand gelegt, das wir im Buchclub Mitte Oktober besprechen. Als der kleine Mann letzte Woche noch ganz verschlafen ein bisschen verfrüht von seinem Mittagsschlaf in die Küche geschlurft kam, fand er mich in Tränen aufgelöst am Tisch sitzend, mit einem zerknüllten Taschentuch in der Hand. Ein Muss, dieses Buch. Wie ich bisher nichts von Hosseinis erstem Buch, "The Kite Runner" (Der Drachenläufer) (2003), mitbekommen konnte, ist mir ein Rätsel.

Dafür hat mich die letzte Lektüre zum Lachen gebracht, an vielen Stellen jedenfalls: Irene Disches "Grossmama packt aus". Daraufhin werde ich jetzt wohl endlich mal ihre früheren Werke angehen, die schon so lange unangerührt im Regal stehen, weil ich sie mir während des Studiums zwar gekauft, aber wenn überhaupt nur schnell überflogen habe.

Oh, und Elizabeth Georges aktuellstes Buch, "What Came Before He Shot Her", ist gleichfalls brilliant. Eine psychologische Meisterleistung.

Wie ich es geniesse, endlich wieder zu den Leseratten zu gehören!

Montag, 16. Juli 2007

The rule of 10-10-10

Keine Zeit zum Bloggen. Dafür habe ich eine volle Stunde Mittagspause im Wartezimmer meines Frauenarztes vertrödelt. Zumindest bin ich dabei auf einen interessant Artikel gestossen, in dem es um Entscheidungshilfen bei Dilemmas und schwierigen Beschlüssen geht. Die Autorin schlägt vor, bei jedem Problem zu überlegen, welche Konsequenzen die Entscheidung in 10 Minuten, 10 Monaten und 10 Jahren hat. Oftmals läge dann die richtige Entscheidung ganz offensichtlich auf der Hand. Ich jedenfalls werde mir das merken und bei der nächsten Gelegenheit anwenden.

Dienstag, 19. Juni 2007

Freundschaftsdienst

Im April habe ich kurz von meiner Freundin berichtet, die mit ihrem israelischen Mann in ihre schweizer Heimat zurückgekehrt ist, um dort Geschäfte zu tätigen. Nun, diese Geschäfte kommen langsam in Gang, die beiden haben alle möglichen und unmöglichen bürokratischen Hürden genommen und ein seriöses Unternehmen gegründet, das vielversprechend klingt und grossen Reichtum verspricht: Sie verkaufen den irakischen Dinar, der ja an den Banken noch nicht gehandelt wird, dessen Wert aber, aktuellen Schätzungen zufolge, in den nächsten Jahren drastisch steigen dürfte -- falls er das gleiche Schicksal erfährt wie seinerzeit der kuweitische Dinar.

Und weil ich so stolz auf die beiden bin, sie vermisse und ihnen ganz viel Erfolg wünsche (damit sie wieder im Land sind, wenn wir aus Amerika zurückkehren!), lasse ich mich zu einem (halb) kommerziellen Post hinreissen. Schaut doch mal auf ihrer Firmenseite vorbei, da ist alles bestens erklärt: http://www.dinar2buy.com

Sonntag, 18. März 2007

Ausgang

Gestern hatte meine Firma zu Standup-Comedy und anschliessendem Film eingeladen, und weil wir keinen Babysitter finden konnten (Schwiegereltern noch immer in der Weltgeschichte und Savta Shula gesundheitlich nicht ganz fit), bin ich allein gegangen. Lustig war's. Viel gelacht habe ich. Nur der Film war frustrierend weil in Französisch mit hebräischen Untertiteln. Ich habe mich wirklich bemüht, aber immer, wenn ich gerade halb durch war, wurden schon die nächsten Zeilen eingeblendet. So habe ich zwar die Haupthandlung verstanden, aber die Details verpasst. Abgesehen davon aber ein wirklich guter Film, wenn man Thriller mag: Ne le dis à personne (Tell No One), basierend auf einem Bestseller des amerikanischen Schriftstellers Harlan Coben. Nebenbei habe ich mich auch so richtig vom melodischen Klang der französischen Sprache einlullen lassen -- das war noch ein Plus.

Samstag, 24. Februar 2007

Kino, Cholent und Chamssin

Das Wochenende war warm und staubig. Die Sonne stand wie ein bleicher Mond am Himmel, hinter einem schleier aus Dunst halb verborgen. Das waren die ersten Chamssin Tage dieses Jahres. Heute soll der Regen kommen und die Luft reinwaschen. Anfangs wird er jedoch alles mit einer feinen Schlammschicht bedecken.

Gestern hatte Shais Oma uns zum grossen Cholent-Essen (auch Chamin genannt) eingeladen, das eigentlich jedes Jahr an Tu BeSchwat stattfindet, weil sie dann ihren Geburtstag feiert (das genaue Datum weiss sie nicht, weil sie keine Geburtsurkunde hat, und niemand ist sich ganz sicher, wie alt sie denn nun eingentlich wirklich ist, einschliesslich sie selbst). Es war jedenfalls sehr lecker, sehr persisch wie immer, denn sie kann es nie lassen, auch gleich noch hundert andere Dinge auf den Tisch zu bringen. So rollen wir uns dann anschliessend immer die Treppe hinunter und halten unsere Bäuche. Sogar Yair hat ordentlich gegessen, Reis mit Rosinen (natürlich mehr Rosninen als Reis, denn die liebt er ja über alles), Hühnchen, ein braunes Cholent-Ei, und zum Nachtisch jede Menge Erdbeeren, denn es ist ja wieder Erdbeerzeit. An Freitagen stehen jetzt an allen Ecken und jeder Bushaltestelle die Erdbeerverkäufer. In unserer Moshav gibt es ein riesiges Erdbeerfeld, das ganz toll duftet, wenn man daran vorbei geht.

Am Freitag haben wir uns den deutschen, für den Oksar nominierten Film "Das Leben der anderen" angeschaut. Brilliant. Sehr intensiv und realistisch. Richtig beklemmend. Eine gelungene Darstellung des Stasi-Apparats. Mir jedenfalls gingen die zwei Stunden so richtig unter die Haut, und ich war ganz erschüttert, als wir das Kino verliessen. Dieser Film ist ein krasser Gegensatz zu der genialen Komödie "Good-bye Lenin". Es ist erstaunlich, wie beide Filme es schaffen, das Regime aus völlig anderen Blickwinkeln zu beleuchten, sich zwei völlig unterschiedlicher Genres bedienend. Auch bemerkenswert: der Kino-Saal war voll, wir haben gerade noch die letzten beiden Plätze in der letzten Reihe ergattern können.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Herztorte

Für Bine und Timo (kannst du dir nicht auch einen Blog zulegen, damit ich dich schön verlinken kann?) -- hier ist endlich das Rezept für die Valentinstorte, die ich meinem Schatz letzte Woche gezaubert habe.

Zutaten für 1 Springform (24 cm Durchmesser)
Für die Schokosahne:
150 g Sahne
100 g weiße Schokolade
Für den Teig:
50 g Sahne
100 g weiße Schokolade
90 g Butter
6 Eier
150 g Zucker
150 g Mehl
Für die Deko:
eine grosse Schachtel Schokoherzen (ich habe die von Elite genommen, in D hätte ich wohl Milka Herzen verwendet), eine dünne feine Schokolade (z.B. von Lindt)
  1. Die Sahne in einem kleinen Topf erhitzen. Die Schokolade in Stücke brechen und unter Rühren in der Sahne schmelzen. Achtung: Die Sahne soll nur warm sein und darf keinesfalls kochen! Die Schokosahne in einen Rührbecher gießen und für mindestens 2 Std. in den Kühlschrank stellen.
  2. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Springform einfetten. Die Sahen für den Teig erwärmen und die Schokolade darin schmelzen. Die Butter in einem kleinen Topf zerlassen.
  3. Eier trennen. Eiweiße steif schlagen. Eigelbe mit dem Zucker und der Butter schaumig schlagen. Die geschmolzene Schokolade unterrühren. Mehl nur kurz untermischen. Den Teig in die Springform füllen und im Ofen (Mitte, Umluft 160 Grad) 40-45 Min. backen. Abkühlen lassen.
  4. Schokosahne schaumig schlagen. Kuchen umdrehen, sodass die gewölbte Seite unten ist, mit der Schokosahne bestreichen. Torte üppig mit Schokoherzen verzieren.

Dieses Rezept habe ich mit leichten Abwandlungen dem grossen GU Familienbackbuch entnommen.

Lasst es euch schmecken!