Mittwoch, 5. Dezember 2007
Wieder eine Woche vorbei
Donnerstag, 29. November 2007
Bevor es ans Putzen geht


Ansonsten nichts weltbewegend Neues unter der kalifornischen Sonne. Seit ich meinen Lebenslauf bei Monster.com eingestellt habe, klingelt zwar jeden Tag das Telefon, aber etwas Konkretes hat sich noch nicht ergeben. Da bekommt man lange Zähne.
Ach, falls sich jemand über Yairs wallende Haarpracht Gedanken macht -- er war vorgestern beim Friseur und sieht jetzt wieder manierlich aus. Allerdings hat er dort vergeblich auf seinen Lolli gewartet, den er von Tomer, der ihm in Israel die Haare schneidet, gewohnt ist. Also habe ich im Schrank nach Schokolade gekramt, sobald wir zu Hause waren. Weil er so toll still gehalten hat.
Seit Sonntag zieht er übrigens schnurstracks nach dem Kindergarten seine Windel aus, schleudert sie in die Ecke und schlüpft in eine Spiderman-Unterhose. Zwei, drei Stunden geht das ganz gut. Er geht hin und wieder zur Toilette, wenn ich ihn daran erinnere. Aber irgendwann wird er nachlässig, achtet nicht mehr drauf -- und dann steht er kleinlaut in nassen Hosen da. Einige haben mir geraten, das jetzt einfach durchzuziehen und die Windeln ganz im Schrank zu lassen, damit das Trockenwerden nicht endlos lange dauert. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass er schon so weit ist. Meinungen? Ratschläge?
Sonntag, 25. November 2007
Spiderman sei Dank
Und weil Spiderman ja nach wie vor so hoch im Kurs steht, hat der kleine Mann heute ein 3er-Pack Spiderman-Schlüpfer bekommen. Das war ihm aber ein Ansporn! Zum ersten Mal zwei Stunden ohne Windel, drei Mal zwischendurch zur Toilette -- ein voller Erfolg. Allerdings wollte er auch mit Schlüpfer ins Bett schlüpfen. Da wurde gebrüllt, geschrien, gezetert, gebockt, bis er schlieslich klein beigab und bewindelt unter die Decke kroch. Morgen nach dem Kindergarten also auf ein Neues. Hoch lebe Spiderman!
Donnerstag, 22. November 2007
Happy Thanksgiving
Die Woche war etwas hektisch -- Yair krank, noch ein Vorstellungsgespraech per Telefon gestern.
Schwagerherz, Bruederchen -- Herzlichen Glueckwunsch und alles Liebe zum Geburtstag!!!
Sonntag, 18. November 2007
Schnuddel
steht derzeit hoch im Kurs. Jeden Abend lesen wir aus dem grossen Janosch Schnuddel-Lesebuch "Wenn Schnuddel in die Schule geht". Ich gestehe: Ich amüsiere mich köstlich dabei. Janosch hat einfach eine unvergleichliche Art zu erzählen. Ich liebe es, wie er mit der Sprache spielt. Eines Tages macht Schnuddel übrigens eine "Kleine Reise nach Paderborn". Na sowas, da hätten wir ihn fast mal treffen können, damals, zu Studienzeiten. "Gute Nacht, Schnuddel, du altes Haus. Bis morgen." Nebenan wälzt sich noch immer der kleinste Schnuddel-Fan der Familie und findet keine Ruhe...
Donnerstag, 15. November 2007
Echtes und Imaginäres
Ansonsten läuft alles prima. Yair vergnügt sich mit seinen imaginären Freunden Meschek, Kakas und Yaram. Er kann stundenlang Selbstgespräche führen, in seinem Zimmer oder in der Badewanne. "Warum weinst du? Was? Hör schon auf zu weinen! Mama kommt gleich." In diesem Ton. Zum Schreien.
Heute Abend hat allerdings er geschrieen. Da ging aus unerfindlichen Gründen in regelmässigen Intervallen der Rauchmelder los. Beim ersten Mal kam der kleine Mann brüllend angerannt. Danach klammerte er sich an mich und hielt sich erschrocken die Ohren zu. An Schlaf nicht zu denken. Ein Anruf bei der Verwaltung, und innerhalb einer Stunde rückte ein bebrillter Mann mit Leiter an, begutachtete die Rauchmelder, schaltete eine Sicherung aus ("Manchmal kann das helfen. Ooops, jetzt habe ich ihren Computer auch ausgemacht..."), schraubte die Dinger dann ab und warf sie in den nächsten Müll. Morgen werden neue angebracht. "Wenn es ihnen nichts ausmacht, eine Nacht ohne Rauchmelder auszukommen. Sie haben ja noch den echten Feueralarm, machen sie sich also keine Sorgen." Im Gegenteil -- jetzt können wir wenigstens in Ruhe schlafen. Gute Nacht!
Freitag, 9. November 2007
Wenn du es am wenigsten erwartest...
Was habe ich gestern geschrieben? Ich wollte nur angenommen werden? Hm. Ich bin angenommen worden!!! Und vielen Dank für die aufmunterden Kommentare in der Zwischenzeit! Ich schätze das sehr!
Donnerstag, 8. November 2007
Blechschaden
Seither schlage ich mich mit der Versicherung rum. Am Freitag war endlich ein Gutachter da, um den Schaden unter die Lupe zu nehmen. Vorher hatte ich schon eine Unfallskizze hingefaxt. Alle paar Tage rufe ich an um zu hören, wie die Sache voranschreitet. Und was erfahre ich gestern? Es ist noch nicht entschieden, wer den Unfall verschuldet hat -- die Dame von nebenan besitzt nämlich die Unverschämtheit zu behaupten, ich sei rückwärts gefahren! Ein blindes Huhn eben. Oder strohdoof, da bin ich mir noch nicht sicher. Oder einfach dreist. Schliesslich ist sie mir in die Seite gefahren. Dass wird man ja hoffentlich anhand des Schadens rekonstruieren können. Welche Kräfte da auf welches Auto gewirkt haben. Bis morgen soll eine Antwort vorliegen. Man darf gespannt sein!
Bergab
Ich könnte mir einreden, dass mich das nicht weiter juckt. Denn immerhin bin ich eigentlich davon überzeugt, dass alles seinen Grund hat, und meistes einen guten. Wenn sie sich entschlossen haben, mich nicht einzustellen, dann muss ich meinen Alltag wenigstens nicht mit zweistündigen Fahrten in jede Richtung belasten. Das macht das Leben so viel einfacher.
Aber die Wahrheit ist: Es juckt mich. Nicht weil ich mich unbedingt auf den Weg machen wollte, sondern weil ich angenommen werden wollte. Denn jetzt muss ich nochmal von vorne beginnen. Anzeigen lesen, Anschreiben aufsetzen, den einstellenden Vorgesetzten ausfindig machen, verfolgen, ob Firma X meine Bewerbung bekommen hat und wann mit einer Antwort zu rechnen ist. Wieder und Wieder. Wer hat dafür Energie?
Für den Moment halte ich mich also an Bücher (habe gerade The Kite Runner ausgelesen und bin endlich! mit dem letzten Harry Potter angefangen) und den Haushalt. Und an den süssesten kleinen Jungen der Welt. Keine Ambitionen. Ich brauche ein paar Tage, um mich aufzuraffen und mich aus dem Loch zu ziehen. Aber dann werde ich diese Jobsache angehen. Vielleicht muss ich wirklich einfach nur die Zeile einer Freundin an potentielle Arbeitgeber weiterleiten, für den Zweifelsfall: "Es ist Jeanne, stellt sie einfach zu ihren Bedingungen ein :-)."
Dienstag, 6. November 2007
Sonntag, 4. November 2007
Jobaussichten
Seit Halloween ist es ruhig geworden um uns. Das hat aber erfreuliche Gründe: Ich bereite mich auf eine Runde Vorstellungsgespräche am Montag vor, bei einer Firma in Sunnyvale. Das ist zwar weit, aber warten wir mal ab, was daraus wird. Ich bin jedenfalls ganz aufgeregt, also drückt mir die Daumen!
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Happy Halloween
Da bebte die Erde
Kurz nach 20 Uhr klingelt mein Handy. Mein Student ist dran. "Habt ihr das Erdbeben gespürt? Ist alles OK?" Erdbeben? Was? Keine Ahnung. Ich habe den kleinen Mann bettgehfertig gemacht. "Du hast nichts gemerkt? Hier hat das ganze Gebäude gebebt!" ruft mein Student fassungslos.
Kurz darauf erscheint eine Chat-Nachricht auf meinem Bildschirm. Anke von Um-die-Ecke. "Hi Jeanne! War das gerade dein erstes Erdbeben in der Bay Area?"
Vielleicht bin ich wirklich die einzige, die nichts mitbekommen hat? Ich stelle das Fernsehen an. KRON TV, 4. Programm. Sondersendung. Stärke 5.6 auf der Richterskala. OK, das überzeugt mich. Wir haben wohl wirklich was verpasst. Aber traurig bin ich darüber nicht.
Sonntag, 28. Oktober 2007
Networking
Heute zum Beispiel waren wir zum Kindergeburtstag eingeladen. Eine der Mütter, die ich schon aus dem Kindergarten kenne, mit der ich aber noch nie wirklich gesprochen habe, hat schon vor Jahren ihren MBA in Harvard gemacht (sie ist gut über 40 und hat zwei Adoptivkinder) und arbeitet seit langem in San Francisco bei einer Consulting-Firma, die auch Aufträge an Technische Redakteure vergibt. So einfach. Jetzt muss ich nur über ihre Webseite mein Profil erstellen und mich dann bei ihr melden. Sie ist Senior Vice President und General Manager. Vielleicht wird ja was draus...
Dienstag, 23. Oktober 2007
Yosemite-Impressionen

Pyjama-Party

Donnerstag, 18. Oktober 2007
Eingekehrter Alltag
Jobsuche? Ich komme gar nicht dazu. Shai ist durch die Uni so eingespannt, dass wirklich alles, alles andere an mir hängen bleibt. Wie ich das mit einem Job vereinbaren kann, ist mir noch gar nicht klar. Aber der Wille ist da. Jedes Mal, wenn ich einen Blick auf's Konto werfe. Dabei bin ich schon ein Meister im preiswerten Einkaufen. Obst und Gemüse kaufe ich im Monterey Market, kosheres Fleisch und Tee bei Trader Joe's, alles übrige bei Safeway. Und einmal im Monat geht's in den Grosshandel, um den Vorrat aufzustocken: Bagel (mit Rosinen und Zimt -- ohne die geht nichts), Brot, Milch, Joghurt, Saft, Cornflakes, Müsli, Windeln (ja, noch immer!) und was sonst gerade so zu Ende geht.
Jobsuche also. Nächste Woche werde ich mit einer Freundin, die schon länger hier lebt und Karriereberaterin ist, meinen Lebenslauf aufpolieren. Dann bin ich bereit für die systematische Suche.
Übrigens habe ich am Dienstag die theoretische Fahrprüfung bestanden, mit Bravur. Am 6. November steht die praktische Prüfung an. Danach gesellt sich dann hoffentlich zu meinem deutschen und meinem israelischen Führerschein auch noch ein amerikanischer. Langsam reicht es mir aber.
Yair kommt inzwischen recht gut mit seinen Sprachen zurecht. Sein Deutsch färbt auf sein Hebräisch ab und verleitet ihn zu merkwürdigen Satzkonstruktionen. Ausserdem setzt er eigenständig neue Wörter zusammen. Heute wollte er beispielsweise Tapuzim-Saft (Orangensaft). Oder lieber Apfelmietz (Apfelsaft)? Ausserdem streut er zwischendurch englische Sätze ein: "What's your name?" oder "Wash your hands!" oder "Want to eat?" Nicht immer weiss er aus dem Stehgreif, was das denn nun bedeutet. Aber wenn ich ihn frage, in welchem Zusammenhang er diese Sätze aus dem Kindergarten kennt, antwortet er sofort. Faszinierend, wie das kleinkindliche Gehirn arbeitet.
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Sie ist da
Vielleicht liegt es daran, dass ich dem Antrag die Sozialversicherungsnummer zufügen konnte, die ich 1997 durch mein Semester an der ISU bekommen habe. Trotzdem bin ich noch immer ganz von den Socken. Jetzt habe ich also keine Entschuldigung mehr, tatenlos rumzusitzen... Aber ich habe ja auch schon acht Bewerbungen rausgeschickt, und über den Vater eines Kindes, das in Yairs Kindergarten geht, habe ich Kontakt zu einem hiesigen, etablierten Technischen Redakteur aufgenommen, der bereit ist, mir bei der Vermittlung zu helfen. Sieht also doch nicht so schlecht aus fürs erste.
Eilig habe ich es trotzdem nicht. Bis Januar möchte ich mir noch gönnen. Und eine Portion Glück benötige ich schliesslich auch. Ein Job fällt einem ja nicht einfach so in den Schoss, schon gar nicht, wenn er teilzeit sein soll.
Übrigens kann ich fast von Glück sagen, dass ich meine Stelle in Israel aufgegeben habe. Vorgestern sind 25% der Mitarbeiter entlassen worden. Ich bin noch ganz geschockt.
Samstag, 6. Oktober 2007
Solche Tage
Heute hat mein Student sich eine Auszeit genommen: Wir haben einen Ausflug ins Napa Valley gemacht. Traumhaft. Das Wetter, der Wein, die Landschaft. Einfach perfekt.

Anschliessend sind wir weitergefahren, um im Codornices Park Libys ersten Geburtstag zu feiern.
Die schönste Überraschung erwartete mich allerdings am Abend. Und das war so:
Bisher musste ich dem kleinen Mann immer Gesellschaft leisten, bis er eingeschlafen war. Bis letzte Woche habe ich mich brav neben ihn "schlafen" gelegt (und alle Versuche, dem zu entkommen, sind bis dahin kläglich gescheitert), seine kleinen Ärmchen um meinen Hals gefühlt und gewartet, bis das Wälzen und Wenden irgendwann zur Ruhe kam und regelmässige Atemzüge seinen Schlaf bezeugten. Als er letzte Woche in sein Bett übersiedelte, bin ich dazu übergegangen, mich neben sein Bett zu setzen. Das machte das Aufstehen leichter, aber verkürzte nicht die Wartezeit. Und hielt mich leider auch nicht davon ab, im dämmrigen Zimmer selbst ganz schläfrig zu werden.
Vor ein paar Tagen dann bin ich nach ein paar Minuten einfach aufgestanden und, nach ausführlichen Erklärungen, gegangen. Anfangs gab es Geheule. Der kleine Mann stand auf, machte das Licht an, Party! Oder er lief mir einfach hinterher. Dann habe ich die Regeln festgesteckt. Aufstehen gilt nicht, aber er darf sich gerne noch im Bett ein Buch anschauen. Oder so. Also entschied er sich dafür, ausführlich mit Puuh-Bär zu telefonieren. Heute, am dritten Abend, fragte er mich, sobald ich das Licht ausmachte: "Gehst du mir jetzt wieder weg?" (At holechet li achshav?") Aber er liess mich gehen, ohne Gezeter. Rief mich noch ein paar Mal für Küsschen und Umarmung, legte sich dann hin, winkte mir gute Nacht -- und schlief ein. Und plötzlich sind die Abende viel länger! Womit habe ich bloss so viel Freizeit verdient? Stolz bin ich auf den kleinen Mann, dass er so anstandslos loslässt. Ganz gross!
Zur Belohnung gibt's noch mein Lieblingsbild der letzten Woche, aufgenommen im Märchenland in Oakland.
Montag, 1. Oktober 2007
Buchwurm
Dafür hat mich die letzte Lektüre zum Lachen gebracht, an vielen Stellen jedenfalls: Irene Disches "Grossmama packt aus". Daraufhin werde ich jetzt wohl endlich mal ihre früheren Werke angehen, die schon so lange unangerührt im Regal stehen, weil ich sie mir während des Studiums zwar gekauft, aber wenn überhaupt nur schnell überflogen habe.
Oh, und Elizabeth Georges aktuellstes Buch, "What Came Before He Shot Her", ist gleichfalls brilliant. Eine psychologische Meisterleistung.
Wie ich es geniesse, endlich wieder zu den Leseratten zu gehören!